Dakini Presse Artikel

Tantramassage als Beruf anerkannt, wenn vom Tantramassage-Verband e.V. (TMV) zertifiziert

Warum Tantra-Masseurin Monika Kochs gegen die Vergnügungs-Steuer kämpft

Tantra-Massagen sind nach Auffassung eines Gerichts mehr als nur ein ganzheitliches Sinnerlebnis. Da auch die Massage im Intimbereich gebucht werden kann, wird Sexsteuer fällig. Doch die Klägerin will sich damit nicht zufriedengeben.

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Tantra-Massagen sind nicht bloß Wellness, sondern auch ein Sexerlebnis – und damit steuerpflichtig. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg in Mannheim wies die Revisionsklage der Besitzerin eines Massagesalons gegen die Stadt Stuttgart ab, wie das Gericht am Montag mitteilte. Im vergangenen Herbst war die Klägerin bereits vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart mit einer Klage gegen die Steuer gescheitert. Eine erneute Revision ließ der VGH nicht zu. Die Masseurin erwägt nun, sich dagegen beim Bundesverwaltungsgericht zu beschweren.

Mehr als um die Stuttgarter „Sexsteuer“ scheint es Monika Kochs um das Prinzip zu gehen.

Sie will die Tantra-Massage aus der Schmuddelecke holen. Der Öffentlichkeit zu zeigen, dass Tantra-Massage nichts mit Rotlicht und Prostitution zu tun habe, sei bereits eine großer Erfolg – auch wenn dieser auf der juristischen Ebene bislang ausgeblieben ist.

Von Sex in ihrem Studio will Masseurin jedenfalls nichts wissen.
Deswegen sieht die 56 Jahre alte Inhaberin eines Massage-Salons nicht ein, für ihre Dienstleistungen eine „Sexsteuer“ zu zahlen. Weil die Stadt Stuttgart das anders sieht und von ihr die Vergnügungssteuer verlangt, zog Kochs zunächst vor das Stuttgarter Verwaltungsgericht, wo sie verlor. Nun hat auch die nächst höhere Instanz, der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) in Mannheim am Montag entschieden: Die Massagen sind nicht nur Wellness, sondern auch ein sexuelles Vergnügen – und damit wird die Steuer fällig.
Doch Kochs will sich mit dem Urteil nicht zufriedengeben. Weil der VGH eine erneute Revision nicht zuließ, erwägt die ruhig und ausgeglichen wirkende Masseurin mit der grauen Kurzhaarfrisur nun, sich dagegen beim Bundesverwaltungsgericht zu beschweren. „Das Gericht hat die wahre Behandlungsform unserer Tantra-Massagen nicht erkannt“, sagte sie nach dem Urteil. „Das ist wie wenn man über Schokolade spricht und das noch nie gegessen hat.“ „Wir wollen den Menschen erklären, was Tantra ist“, sagte Kochs.
„Wenn es um Intimität geht, sind die Menschen überwiegend verhalten.

Ganzheitlicher Ansatz
Sie sehen nicht die heilende Wirkung“, meinte Kochs weiter. „Die Gesellschaft ist noch nicht so weit.“ Bei Tantra-Massagen entkleiden sich Kunde und Masseurin und sind dann beide nackt. Der Intimbereich wird bei der Ganzkörperbehandlung mit eingeschlossen.
Der Tantra-Massage-Verband stellt sich geschlossen hinter Kochs. „Wir leisten eine Arbeit für die Gesundheit“, sagte Martina Weiser von dem Verband. Das Urteil beruhe auf einem Weltbild von „Schwarz und Weiß“.
Die Vorsitzende Michaela Riedl hatte bereits nach dem ersten Verhandlungstermin gesagt: „Unser Verband hat kein Problem mit der Prostitution, wenn sie selbstbestimmt und nicht ausbeuterisch ausgeübt wird. Aber dennoch ist es wichtig, eine klare Linie zu ziehen und öffentlich zu erklären, wie unsere Arbeit aussieht und welchen kulturellen Beitrag die Tantra-Massage leistet.“ Doch nach Auffassung der Richter bietet Kochs in ihrem Betrieb gezielt die „Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen“. Entscheidend sei, dass die Kunden gegen Geld eine Massage inklusive Intimbereich buchen könnten. Masseurin Kochs machte jedoch geltend, dass die Ganzkörpermassagen nach striktem Tantra-Ritual ablaufen. Sie seien nicht in erster Linie auf das sexuelle Vergnügen, sondern auf ganzheitliches Wohlbefinden ausgerichtet. Bei den Körperberührungen könne der Genitalbereich nicht ausgeklammert werden.
Und das ist der Knackpunkt in dem Streit: Denn in Stuttgart muss laut Satzung für „das gezielte Einräumen der Gelegenheit zu sexuellen Vergnügungen in Bordellen, Laufhäusern, Bars, Sauna-, FKK- und Swingerclubs und ähnlichen Einrichtungen“ Steuer gezahlt werden.
Viele deutsche Städte erheben diese sogenannte Sexsteuer, aber nicht alle. In Hamburg und Berlin etwa gibt es keine. Köln gehörte vor rund zehn Jahren zu den Vorreitern dieser Steuer. In Baden-Württemberg erhebt neben der Landeshauptstadt beispielsweise Freiburg die Abgabe.
Berechnet wird sie nach Quadratmeterzahl des Etablissements oder der Wohnung. (dpa)

Quelle: Tagesspiegel.de, 21.07.2014 16:59 Uhr (http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/urteil-warum-tantra-masseurin-monika-kochs-gegen-die-sex-steuer-kaempft/10229672.html)

Wellness-Existenzgründung – Nächste Station: Traumberuf

„Ich war immer auf der Suche“, sagt Lea Söhner, die in Stuttgart das Massagestudio „Dakini“ leitet, in dem tantrische Massagen angeboten werden. Am Anfang war sie, die aus einem streng evangelisch-pietistischen Elternhaus stammt, auf der Suche nach seriösen theologischen Antworten. Sie beschäftigte sich mit feministischer Theologie und dem Matriarchat, besuchte Kurse und Seminare.

„Ich wollte meine weiblichen Wurzeln finden, sowohl religiös, als auch sexuell.“

An der kirchlichen Fachhochschule für Diakonie und Religionspädagogik in Ludwigsburg bildete sich Lea Söhner zur Sozialdiakonin/Religionsdiakonin aus. Danach führten sie lange Reisen nach Israel, Indien und Südamerika. Auch hier war sie auf der Suche: „Ich wollte einfach die Welt sehen.“
Zurück in Deutschland arbeitete sie in einer Ausbildungsstätte für Körperbehinderte. Nebenher bildete sie sich weiter fort: In vier Jahren absolvierte sie eine gestalttherapeutische Ausbildung in Nürnberg. Außerdem besuchte sie Psychodrama-Kurse, beschäftigte sich mit Familienaufstellung und Tantra. „Ich hatte immer Lust zu lernen, aber es sollte immer auch ein ganzheitliches Lernen sein.“

Irgendwann fingen ihre Freundinnen an, tantrische Massagen zu praktizieren und anzubieten und hatten schnell Erfolg damit. „Anfangs dachte ich: nicht mit mir. Aber dann habe ich mich darauf eingelassen und war begeistert.“
Hinzu kam, dass sich Lea Söhner nach neuen beruflichen Herausforderungen sehnte und nicht mehr in der Sozialarbeit tätig sein wollte. Und so absolvierte sie einen Massage-Kurs und stieg bei ihren Freundinnen ein.
Innerhalb eines Jahres übernahm sie 1996 den Betrieb. „Das war der Sprung ins kalte Wasser. Damals war ich Mitte 30 und musste dann Unternehmerin werden.“ Sie entwickelte Qualitätsstandards für die Ausbildung zur Masseurin, ein Leitbild für ihren Betrieb, klärte mit den Masseurinnen deren Rolle und Aufgabe. Ziel der tantrischen Massagen ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Sinnlichkeit erlebt werden kann. Nach und nach wird der ganze Körper massiert, Musik und Düfte sprechen die anderen Sinne an.

„Unsere Ganzkörpermassagen haben aber keinen Rotlichtcharakter.Die Integrität der Masseurinnen bleibt gewahrt, und wir stellen nicht unsere Körper zur Verfügung.“
Nach einiger Zeit stellte Lea Söhner fest, dass der Betrieb auch eine wirtschaftliche Basis braucht. Und wieder bildete sie sich weiter. „Als Chefin musste ich lernen mich durchzusetzen, aber auch betriebswirtschaftliches Denken, Kalkulationen und Investitionen standen jetzt auf der Tagesordnung.“ Hilfe bekam sie von einem Bekannten, der in der Schweiz als Strategieexperte fürs Militär arbeitete. Von ihm lernte sie systematisch zu arbeiten, neben Teambildung und Management auch an die Zukunft zu denken. Und sie eröffnete eine Zweigstelle in der Schweiz.
„Heute ist der Alltag meine Schule. Ich habe gelernt,offen und neugierig zu bleiben und habe festgestellt, dass man sich immer weiterentwickeln muss.“

Zu Weihnachten eine erotische Massage

Gehen Ihnen auch langsam die Ideen aus, was Sie Ihrem Herzensmenschen zu Weihnachten schenken sollen? Keine Lust auf weitere Parfüme, Bücher oder Pullover?
Warum denn nicht einmal etwas Pikantes, Ungewöhnliches?
Zum Beispiel eine Massage im DAKINI Wellness-Institut. In diesem Zentrum für Tantramassagen geht es nicht um simples Muskelkneten, sondern um echte, tiefe Berührungen. Und berühren lassen können sich Frauen, Männer und Paare.
Bei der tantrischen Philosophie geht es um die Verbindung von Gegensätzen. Zum Beispiel weiblich und männlich oder Sexualität und Spiritualität. Kurz: die Verbindung von Ying und Yang.
Bei einer Tantramassage wird der ganze Körper berührt, gestreichelt und mit Hilfsmitteln wie Öl, warmem Wasser oder Federn stimuliert. Auf diese Weise werden sämtliche Sinne angeregt, man kann sich fallen lassen und ganz den Berührungen hingeben. Es geht dabei auch um Erotik, doch sie steht nicht im Vordergrund, sondern die Sinnlichkeit und das eigene Spüren.
Wir setzen uns dafür ein, dass Berührungen in unserer leistungsorientierten Gesellschaft vermehrt kultiviert werden. Lea Söhner, die Gründerin des DAKINI Stuttgart und des DAKINI Zürich sagt: „Mir liegt einfach am Herzen, einen Beitrag zu leisten für eine wirklich echte Berührungskultur. Aufgrund unserer christlich-westlichen Tradition fehlt uns die Kultivierung der Sinnlichkeit. Auch die Sexualität wurde lange verteufelt, heute wird sie in den Medien hochstilisiert. Aber eine Kultivierung von Sinnlichkeit, Nähe und Berührungen, die den Menschen wirklich ganz meint, das fehlt. Und dazu möchte ich etwas beitragen.“ Je weiter man sich vorwagt, desto unbekannter werden die Berührungen.

Nacktheit als natürlicher Zustand
Das ungewohnte an den Tantramassagen im Dakini oder ähnlichen Instituten ist, dass sämtliche Beteiligte nackt sind. Derjenige, der sich massieren lässt, ob Einzelperson oder Paar, aber auch die Masseurin oder der Masseur. Diese sind allerdings immer die Aktiven, die Gäste die Passiven.
Lea Söhner zum Grund dieser Nacktheit: „Bei uns ist die Trennung von Geben und Nehmen klar definiert. Das zeichnet unsere Tantra-Massagen aus, dass die Masseurin gibt und der Gast empfängt. Es ist schon auch eine Massage mit Körperkontakt, man kommt sich sehr nahe. Denn für eine echte Begegnung ist es sehr wichtig, dass die Beteiligten auf der gleichen Stufe sind. Dafür geben wir unsere Echtheit. Allerdings: Wir wollen nicht mit unseren Körpern etwas machen lassen.“
Das heisst: Die Masseurinnen sind keine Projektionsflächen für eigene sexuelle Phantasien. Wer die schnelle sexuelle Entladung sucht, der ist bei uns fehl am Platze und geht daher besser in ein entsprechendes Etablissement.

Für alle Menschen
Wie bereits erwähnt, ist die Tantramassage nicht nur etwas für Paare, sondern auch für Einzelpersonen. Lea Söhner ist es sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Menschen nicht wegen einem Mangel in ihr Institut kommen, sondern weil sie sich bereichern möchten. Dabei kann es um Anregungen gehen für das eigene Liebesleben. Bei den Berührungen kann aber auch einfach der Umgang mit sich selbst, seinem Körper und seiner Sexualität neu entdeckt werden. Ohne dass man deswegen ein Esoteriker sein muss.
„Esoterisch vorgeschult muss man sicher nicht sein. Unser Angebot richtet sich an jedermann. Die Mehrheit der Menschen,die uns besuchen, ist zwischen 30 und 65 Jahre alt. Aber es kommen auch jüngere und es kommen auch sehr viel ältere! Solche, die glücklich und mit sich zufrieden sind. Oder Paare, die einfach ihre Beziehung und ihre Sinnlichkeit pflegen wollen. Es kommen aber auch Menschen, die vielleicht einfach einmal ein Bedürfnis nach Berührung haben und da womöglich auch mal zu kurz kommen.“
Im DAKINI sind auch Menschen mit Behinderung willkommen. Denn es ist egal, wer die Person ist, was sie macht oder wie sie aussieht. Was zählt ist der Mensch an sich. So angenommen, kann ein Besuch im DAKINI schon fast zu einer paradiesischen Erfahrung werden.

Tantra – eine ganzheitliche Philosophie
Der Tantramassage-Verband e.V. in Deutschland umschreibt Tantra wie folgt:
Der Begriff Tantra verweist auf die altindische Kultur, in der die sexuelle Natur des Menschen angenommen und geachtet wurde. Der Körper gilt als Tempel der Seele und wird ganzheitlich behandelt. Der Massageempfänger ist in der passiven Rolle und erlebt eine intensive Reise durch den eigenen Körper.
In der Tantramassage verbinden sich tiefe Entspannung und Wohlgefühl einerseits und andererseits die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit konkreten sexualtherapeutischen Themen in einem Rahmen, der frei von Scham und Erwartungsdruck ist.
Theoretische Wurzeln gehen dabei unter anderem zurück auf Wilhelm Reich, Carl Gustav Jung, Carl Rogers und Alexander Lowen, weitere Anregungen kamen von Mantak Chia, Joseph Kramer und Annie Sprinkle.

Quelle: www.konsum.tv, 7.12.2007

Bitte anfassen

Hände können zaubern. Sie tasten, streicheln, reiben oder packen kräftig zu – wenn wir es denn wollen.Angeblich aber wollen wir viel zu selten: „Wir leben in einer berührungsfeindlichen Gesellschaft“, so die Massage-Expertin Lea Söhner.

Umso wichtiger scheint der körperliche Kontakt mit dem Partner. Dafür gibt es weitaus mehr Varianten als nur Fellatio oder Cunnilingus. Schon das banale „Anfassen“ kann zum Feuerwerk für die Sinne werden – mit einer erotischen Massage!

Die Fakten sprechen eindeutig dafür: Mit 1,6 Quadratmetern ist die Haut unser größtes Sinnesorgan. Geschätzte fünf Millionen Zellen reagieren auf äußere Reize: ob es nun Kälte, Hitze, Nässe oder eben Berührungen sind. Tausende Rezeptoren jagen die aufgenommenen Informationen an das Gefühlszentrum im Gehirn – es folgt ein kleiner Hormonrausch, denn wer zärtlich angefasst wird, schüttet die Wohlfühlhormone Oxytocin und Prolaktin aus. Doch weitaus wertvoller als diese schnöden körperlichen Folgen sind die seelischen: „Durch die achtsame Berührung fühlt sich ein Mensch begehrt, geliebt, angenommen. Der Mensch wird hart, wenn er nicht mehr angefasst wird“, so Lea Söhner.
Neben der Erfüllung dieser Grundbedürfnisse nähern wir uns dem eigentlichen Sinn und Zweck der Sache: Eindruck hinterlassen! Rasende Lust und tobende Leidenschaft wecken! Unvergesslich bleiben! Mit etwas geschickter Handarbeit kann jeder diesen Wirbelsturm der Sinne entfachen. Doch gibts dafür ein Geheimnis? Und worauf kommts an? Komplizierte Griffe, Knet-Techniken oder Positionen?

Liebe zur Langsamkeit
Das aller-oberste Gebot der gelungenen Massage heißt: Zeit lassen! „Wenn Sie glauben, Sie bewegen Ihre Hände langsam, dann halbieren Sie noch einmal das Tempo“, rät die amerikanische Sex-Therapeutin Beverly Engel. Der Einstieg zur erotischen Massage kann ruhig ganz harmlos am Kopf beginnen. Ob die Hände kreisen, streicheln, drücken oder kneten ist Nebensache – Konzentration und Hingabe sind Hauptsache. Der Partner spürt sofort, wenn nur nebenbei und halb gelangweilt gestreichelt wird. Damit Ihre Hände einmalig feurig und unerhört prickelnd ankommen, braucht es etwas Anstrengung – allerdings nicht in den Muskeln, sondern im Kopf. Stellen Sie sich den Körper des Partners, so vertraut er auch sein mag, als aufregendes Neuland vor, das Zentimeter für Zentimeter erobert werden muss – mitsamt jeder Kuhle, jeder Kurve, jeder Erhebung. Stellen Sie sich vor, dass in Ihren Fingerkuppen kleine Lavabäche pulsieren, die Sie nun behutsam auf derHaut des Partners verteilen. Gleichzeitig können Sie versuchen, mental in die Haut des anderen zu schlüpfen, sich in ihn hineinzufühlen und intuitiv zu spüren, wohin die Hände nun als nächstes wandern sollen. Es funktioniert wirklich! Variieren Sie Ihre Bewegungen, um das ungeheure Potenzial einer Massage auszuschöpfen, egal ob Sie streichen, klopfen, kneten, drücken oder trommeln. Klirrende Eiswürfel, eine weiche Feder oder ein knisterndes Seidentuch sorgen für zusätzliche Wonneschauer.

Lust am ganzen Körper
Doch an welch geheimen Ecken oder Zonen prickelt es wohl ganz besonders schön? Lea Söhner wehrt sich gegen die Frage nach erogenen Zonen. „Allein dieser Begriff klingt viel zu mechanistisch – unser ganzer Körper ist doch eine erogene Zone!“ Ob Hals, Nacken oder die Innenseite der Oberschenkel – kein Körperteil könnte unsexy genug sein, als dass er nicht ein paar Streicheleinheiten verdient hätte. Warum also nicht eine halbe Stunde lang die Füße massieren? Dennoch gibts natürlich ein paar Punkte am Körper, die besonders schnell entflammbar sind: Bei den Frauen sind es die Brüste, bei den Männern ist es der Po. Doch Vorsicht! „Der Po ist hochsensibel. Wird er zu lange massiert, kann die Erregung kippen. Einige Männer trauen sich nicht, die Po-Massage rundum zu genießen – aus Sorge, sie könnten dann als homosexuell gelten“, weiß Lea Söhner aus der Praxis. Ein weiterer unterschätzter Hot-Spot am Mann sind die Brustwarzen – von Frauen ignoriert, von Männern vergessen. Doch auch bei ihm sitzen hier empfindliche Nervenenden, denen man sich zart bis deftig annähern darf.

Erregung am ganzen Körper
Bei den professionellen Massagen von Lea Söhner gilt allerdings die Philosophie der Ganzheitlichkeit. Heißt: Der ganze Körper wird scheinbar ohne spezielles Ziel verwöhnt, damit auch die Seele entspannen kann, der Kopf leicht und leichter wird, die Gedanken flirren. Durch diese Taktik der scheinbaren „Absichtslosigkeit“ kann die Erregung im Körperumso intensiver aufflammen. Genau diese Absichtslosigkeit ist für viele Menschen die Voraussetzung, um sich überhaupt hingeben zu können. Diese Kunst des Fallenlassens kann auch auf dem heimischen Bett ganz wunderbar funktionieren. Für manche eine ganz neue Erfahrung: „Gerade Männer können ihren selbst auferlegten Leistungsdruck nur schwer vergessen,“ so Lea Söhner.Beim Sex sind sie es gewöhnt, zielgerichtet und geradlinig vorzugehen: Küssen, Kuscheln, Koitus. Die Rolle des Passiv-Empfangenden fällt ihnen anfangs schwer. „Dabei können Männer ebenso wie Frauen am ganzen Körper genießen. Wenn sie sich mehr Zeit geben würden, sind sie sogar zu multiplen Orgasmen fähig.“ Dieses Wunder kann geschehen, wenn die Ejakulation durch das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur unterdrückt wird. Dieser „trockene Orgasmus“ beschert dem Mann die gleichen Rauschgefühle wie ein normaler Höhepunkt, nur dass die Erregung nicht stirbt, sondern wächst. Ein Experiment, das in der entspannten Atmosphäre einer sinnlichen Massage besonders gut gelingt.

Balsam für die Seele
Für manche Paare kann der bewusste Verzicht auf den Koitus sogar zum Lustwecker schlechthin werden. „Massage erweitert das Spektrum der Sexualität“, so Lea Söhner. Gerade in langjährigen Partnerschaften, wo sich allmählich Routine einschleicht und jeder genau zu wissen glaubt, welche Berührungen den Partner möglichst schnell zur Raserei treiben – gerade da kann die erotische Massage auf sanfte Art und Weise neue Akzente setzen. „Spätestens nach zwei bis drei Jahren endet der große Verliebtheitsrausch. Viele hören dann aus Bequemlichkeit auf, den Körper des anderen noch zu erforschen. Dabei wird es jetzt erst spannend,“ meint Lea Söhner.
Und warum? Weil jetzt das wahre Abenteuer beginnt. Beide Partner sind gefordert, ihren Entdeckergeist wiederzubeleben und ihre Kreativität zu bemühen – für die Wiederentdeckung der Sinnlichkeit. Ganz nebenbei bringt eine solche Massage auch den Körper zum Glühen – und das Nachspiel kann beginnen. Wie sagt doch Beverly Angel: „Sinnlichkeit ist der große Unterschied zwischen reinem Sex und der liebenden Verbindung zweier Menschen.“

Quelle: Fit for Fun Februar 06

Die etwas andere Entspannung

Ganzheitliche Wellnessmassagen – was ist das eigentlich? Sind darunter erotische Dienste oder Entspannung mit philosophischem Hintergrund zu verstehen?
Von Ralf Bachmayer

Vaihingen. Die allgegenwärtigen Wellness-Angebote gehören, oberflächlich gesehen, zu einem gigantischen Wohlfühl- und Körperpflege-Markt. Tiefer betrachtet zeigt sich, dass hier unser Bedürfnis und unsere Sehnsucht nach Ganzheitlichkeit angesprochen werden. Was diesen Markt dabei nicht unbedingt salonfähig macht sind die zahlreichen Massage-Studios die mehr oder weniger eindeutig dem Prostituierten-Milieu zuzurechnen sind. Dabei gibt es aber in diesem Bereich durchaus auch andere Beispiele. Zeit für ein wenig Aufklärung.
Dakinimassagen möchten den ganzen Menschen erreichen. Mit dessen Bedürfnis nach Berührung, nach Entspannung und Ruhe, nach Berührt-Werden und Berührt-Sein sowie mit seinem Wunsch, das eigene sexuelle Empfinden in Würde und Schönheit genießen zu können. Diese Philosophie hat sich das „Dakini Stuttgart“ auf die Fahnen geschrieben. Und feiert nun damit im Februar sein zehnjähriges Jubiläum. „Zehn Jahre Dakini – das ist nicht nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, sondern auch die Verwirklichung einer Vision“, sagt Lea Söhner, die Inhaberin des „Dakini“.
Gut, man muss nicht lange um den heißen Brei reden – die Schmuddelecke ist nicht weit entfernt. Das weiß auch Lea Söhner. „Aber wir haben damit kein Problem, denn wir achten hier auf Qualität.“ Qualität heißt in dem Fall, dass es nicht um einen Akt der Sexualität – klarer ausgedrückt um käufliche Befriedigung – geht. Laut der reinen Philosophie werden tantrische Massagen in der Absicht angeboten, die Sinnlichkeit als Lebenskraft zu feiern, sowie die Freundschaft zwischen Männern und Frauen zu fördern. Das bestätigt auch Rudi Baier (Name von der Redaktion geändert), der hier „neue Facetten in seiner 25-jährigen Ehe entdeckt hat“.

Sinnliche Lebensqualität
Es ist das Entdecken der „Dinge hinter der üblichen Sexualität, insbesondere bei Männern“, wie es Baier ausdrückt. „Unsere Massagen sind in erster Linie eine körperliche Reise zu sich selbst. Dadurch können Männer wie Frauen wieder in Kontakt mit ihrer sinnlichen und sexuellen Kraft kommen“, sagt Lea Söhner. In diesem Zusammenhang soll auch gesagt sein, dass auch Paare zu regelmäßigen Besuchen kommen. Vor allem das sogenannte „Rosarium“ ist hier ein beliebter Anlaufpunkt. Bestehend seit 2002 ist das „Rosarium“ ein Lehrinstitut für sinnliche Lebensqualität und Sexualität. In Seminaren und Vorträgen wird traditionelles – vor allem indianisches und tantrisches – sowie modernes Wissen über Sinnlichkeit und Sexualität vermittelt. „Frauen allein trauen sich dagegen immer noch nicht so oft zu uns“, bedauert die Inhaberin. Zusätzlich stellen Besuche in diesen Instituten „auch eine Herausforderung für die Partnerschaft dar“, gibt Rudi Baier zu, der seine Frau von Anfang an einweihte. „Doch ich habe mich hier richtig gefühlt und viel über mich und meine sexuelle Energie dazu gelernt. Auch durch Vorträge und Seminare, zusammen mit meiner Frau.“

Tantramassagen als Basis
Die Massagen zeichnen sich aus durch einen fein abgestimmten Aufbau und sie beziehen den ganzen Körper mit ein – einschließlich des Intimbereichs. Wesentlich ist, dass der Kunde ganz in der Rolle des Empfangenden ist, sodass es zu keiner sexuellen Interaktion mit der Masseurin kommt. Wählen können die Kunden zwischen der „Dakini-Tantra-Massage“ – die übrigens die Basis für alle weiteren darstellt – der „Dakini-Tao-Massage“ und der „Dakini-Hawaii-Massage“. Kostenpunkt: zirka 140 bis 190 Euro bei einer rund eineinhalbstündigen Dauer.
Angefangen hat das Unternehmen im Februar 1996 in der Stuttgarter Innenstadt als ein Kollektiv von Frauen: Die Ziele sind geblieben, anderes hat sich verändert: Heute residiert das „Dakini“ in einer Villa in Stuttgart-Vaihingen. Zur Zeit arbeiten hier rund zwanzig Masseurinnen auf selbstständiger Basis. Außer dem Stuttgarter Stammhaus gibt es seit 2004 eine Niederlassung in der Nähe von Zürich und 2006 kommt eine weitere in Karlsruhe hinzu. Interessierte können sich unter www.dakinimassagen.de weitere Informationen rund um die tantrischen Massagen holen.

Therapeutischer Aspekt oder sexueller Dienst mit philospophischem Hintergrund? Dakinimassagen haben jedenfalls das Potenzial zu beidem.

wortwert Rolf Bachmeyer
Quelle: Stuttgarter Stadtanzeiger Woche 08/2006

Wege aus dem Labyrinth des Begehrens

In ein heikles Spannungsfeld begab sich am vergangenen Donnerstag der „Talk im Rosarium“ im Stuttgarter Dakini-Institut. Unter dem Titel „Im Labyrinth des Begehrens“ redeten die Liebesforscherin Dolores Richter aus Belzig bei Berlin und der Freiburger Tantralehrer Saleem Matthias Riek über den anscheinend endlosen Konflikt zwischen dem Wunsch des Herzens nach verlässlicher Bindung und dem anarchischen Treiben des Eros. Mit über hundert Zuhörern war das Rosarium bis auf den letzten Platz besetzt. Die beiden Gesprächspartner erzählten von ihren eigenen Erfahrungen in dieser Frage: Während Riek den Konflikt in einer monogamen Partnerschaft zu lösen versucht, geht Richter mit ihrem Partner ohne Heimlichkeit den Weg einer offenen Beziehung. Einig waren sich die beiden, dass es solche Freiräume wie das Dakini-Institut (www.dakinimassagen.de), in denen Sinnlichkeit und Sexualität gelehrt werden, in unserer Gesellschaft vermehrt braucht.

Quelle: Stuttgarter Wochenblatt 16. Woche 2005

Supplement Nachspeise

Die Kultur der Thermalbäder ist nördlich der Alpen seit dem Abzug der letzten römischen Legionäre leider auf ein paar wenige Stationen im Lande konzentriert. Dennoch erfordert die kalte Jahreszeit erwärmende Massnahmen: die kräftigenden bodenständigen Speisen, wie braisierter Ochsenschwanz, Speck und Bohnen oder Kartoffelgratins segnen uns mit ausreichend Kalorien, um der Kälte zu trotzen. Wärme gleichsam als Nachspeise vermitteln aber auch und gerade dem Gastrophilen geeignete Körpermassagen. Die Firma Dakini hat Massage-Know-how rund um den Erdball gesammelt und in einem eigenen Programm integriert. Ziel ist die Balance zwischen Innen und Aussen, also eine Art Schwerelosigkeit für unbeschwerte Geniesser (AdM.)

Quelle: NZZ am Sonntag, 06.02.2005

Oase der Sinnlichkeit

Orte, an denen Sinnlichkeit und Berührung in Schönheit glebt werden, sind wahre Kleinode in unserer Zeit. Seit nunmehr zehn Jahren hält das „Dakini“ in Stuttgart einen solchen Raum bereit: Ganzheitliche Wellnessmassagen für Sie und Ihn. „Zehn Jahre Dakini – das ist nicht nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte, sondern auch die Verwirklichung einer vision“, sagt die Inhaberin Lea Söhner. Mit ihrem Studio und rund 20 selbständigen Masseurinnen residiert sie heute in einer Villa in Stuttgart Vaihingen. Die Kunden können dort zwischen der „Dakini-Tantramassage“, der „Dakini-Taomassage“ und der „Dakini-Hawaiimassage“ wählen. „Unsere Massagen sind in erster Linie eine körperliche Reise zu sich selbst. Dadurch können Männer wie Frauen wieder in Kontakt mit ihrer sinnlichen und sexuellen Kraft kommen“, sagt Söhner. (..)

Quelle: Elle plus, Dezember 2005

Sinnliches Vergnügen für Ihre Partnerschaft

Wollen Sie Ihre Partnerschaft neu beleben? Die vom Alltag verschütteten Leidenschaften neu entfachen und den Partner auf ein Neues kennen lernen? Wie wäre es mit romantischen und anregenden Stunden zu Zweit? Wie wäre es also mit einem ganz besonderem und sinnlichem Vergnügen: Einer Erotischen Massage! Kann es etwas Schöneres geben, als den Liebsten/die Liebste mit liebevollen Berührungen zu verwöhnen und dabei Lust und Wonnen zu wecken?!
Sicher geht es bei der Erotischen Massage vordergründig um Lust und Sinnlichkeit, aber es geht auch um Gesundheit. Wie bei der Klassischen Massage sollen Energieblockaden gelöst und der Energiefluss stimuliert werden. Der Energiefluss verläuft über die Chakren (Energiezentren), welche auf der Mittelachse des Körpers liegen und miteinander verbunden sind. Ist dieser Fluss nun gestört, verringert das die innere Energie. Mit einer Massage, also sanften Berührungen und Druck, lässt sich das Gleichgewicht wiederherstellen. Das ist natürlich ein schöner Nebeneffekt, denn so kann eine Erotische Massage nicht nur Leidenschaft wecken, sondern obendrein das körperliche Wohlbefinden steigern!

Vorbereitung ist alles
Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Gelingen und das lässt sich mühelos auf viele Lebensbereiche anwenden. Auch bei der Erotischen Massage ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. Nehmen Sie sich also Zeit: Informieren Sie sich! Stöbern Sie in Büchern! Lernen Sie mehr über Sinn und Zweck der Erotischen Massage! Machen Sie sich mit dem Thema Massagen allgemein vertraut, die Techniken, die Massage-Griffe und die Abfolge der Bewegungsabläufe sind schließlich ein wichtiges Werkzeug für lustvolle Berührungen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und tauschen Sie Ihre Vorstellungen und Wünsche aus, denn Sie treten als Team an und das bedeutet, dass man Grenzen oder ein Nein vorbehaltlos akzeptiert.
Tja, eigentlich steht nun einer Erotischen Massage rein gar nichts mehr im Wege! Genießen Sie also, die sinnlichen Stunden zu Zweit!
Dakini Massagen & Events ist ein Unternehmen, das Orte schafft zur Entfaltung sinnlicher Lebensqualität. In den exklusiv ausgestatteten Räumen in Stuttgart und im Kanton Zürich werden von insgesamt 30 Masseurinnen, die alle speziell ausgebildet sind, hochwertige ganzheitliche Körpermassagen für Frauen und Männer angeboten. Die Massagen zeichnen sich aus durch ihren rituellen Charakter und fein abgestimmten Aufbau sowie durch die Einbeziehung des ganzen Körpers einschließlich des Intimbereichs

Wellness for you, März 2005

Trotz Allgegenwart – die Sexualität bleibt ein heikles Feld

Was Sex angeht, so gibt es wohl kein Tabu mehr, das nicht schon gebrochen worden wäre. Auch Gabriel García Márquez erregt mit seinem neuen Kurzroman «Erinnerungen an meine traurigen Huren», in dem ein Greis an seinem neunzigsten Geburtstag mit einem noch unschuldigen Mädchen schläft, keinen Anstoß mehr. Aber dennoch ziehen unzählige Bücher, Bilder und Filme, in welchen es um „das Eine“ geht, nach wie vor ein riesiges Interesse auf sich.

Für Michael Merkel, Projektleiter der Ausstellung «100 000 Jahre Sex» im Hamburger Helms-Museum (noch bis 16. Januar, ab 29. September im Dresdener Landesmuseum für Vorgeschichte), ist dies kein neues Phänomen: Die Schau zeigt, dass es beim Thema Sex nichts Neues unter Sonne gibt. Der Prähistoriker verweist dafür insbesondere auf die römische Zeit, in der sexuelle Szenen ganz plakativ auf Wände gemalt wurden und sich die männlichen Bürger alle Freiheiten genommen hätten. In der Ausstellung sind neben steinzeitlichen Fruchtbarkeitssymbolen, auch das älteste Kondom und Keuschheitsgürtel aus dem 19. Jahrhundert zu sehen.

Die Tübinger Verlegerin Claudia Gehrke, deren Konkursbuch-Verlag vor allem erotische Literatur im Programm hat, sieht die heutige Lage zwiespältig: „Sex gilt heute als Freizeitvergnügen. Es gibt Clubs und Vereine, Sexshops – auch für Frauen -, SM-Stammtische und -Partys.“ Dennoch bleibe, so Gehrke, die Sexualität nach wie vor ein heikles Feld, weil sie mit Liebe, Verliebtheit und Eifersucht verknüpft sei.
Auch die Flut an Sexratgeber-Literatur beurteilt die Verlegerin zweischneidig: Zwar hätten dank dieser Bücher jetzt wahrscheinlich mehr Frauen Orgasmen als zu Großmutters Zeiten. „Dafür sind die Leser und Leserinnen beim Sex auch mehr befangen, weil sie sich ständig fragen: ,Streichle ich jetzt richtig?, meint Gehrke.“

An ihre vorwiegend weiblichen Autoren hat die Verlegerin, die auch das Jahrbuch der Erotik «Mein heimliches Auge» herausgibt, den Anspruch, dass Sex nicht nur als Spiel und Sport gefeiert wird: „Die Sprengkraft der Sexualität darf sich nicht in das marktkompatible „Anything-goes“ verkrümeln.“

Kurze Erzählungen, die dieser Erwartung genügen, finden sich in dem von Susanne Schüssler und Hans-Gerd Koch zusammengestellten Band «Liebe nach Mitternacht». Von Doris Lessing über Javier Marías bis zu A.L. Kennedy reicht der Reigen der Autoren, in deren Geschichten die sexuelle Lust die Triebfeder der Handlung ist.

Für Lea Söhner, Inhaberin eines privaten Lehrinstituts für sinnliche Lebensqualität und Sexualität in Stuttgart, ist die Omnipräsenz der Erotik Ausdruck eines paradoxen Phänomens: „Gerade weil die Sexualität in unserer Zeit nicht angemessen gewürdigt wird, ist sie allgegenwärtig.“ Der Sex werde entweder auf feste Partnerschaften eingeschränkt oder in seelenlosen Formen wie der Pornografie ausgelebt. Söhner macht sich deshalb dafür stark, Sinnlichkeit und Sexualität als eine zu erlernende Kunst zu verstehen, die ihren Ort nicht nur im ehelichen Schlafzimmer hat.

Wendy Doniger und Sudhir Kakar, die beiden Kommentatoren und Übersetzer einer neuen, zu Recht hoch gelobten Ausgabe des «Kamasutra», sehen das Ziel der altindischen Liebesschule in einer ähnlichen Richtung. Ihnen zufolge geht es im Kamasutra darum, die erotische Lust sowohl von einer allzu rigiden Moral zu befreien als auch vor der „Glut des triebhaften Begehrens“ zu bewahren. Damit die Sexualität das menschliche Leben wirklich bereichere, müsse sie kultiviert werden.

Quelle: dpa-Meldung vom 23.12.2004

Facettenreiche Darstellung des Eros

Das erste Nachtcafé in der Alten Seegrasspinnerei zog das Publikum in den Bann

Mit dem Thema „Eros“ stieß das erste Nachtcafé in der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen auf große Resonanz: Bis auf den letzten Platz waren der Raum in der Plochingerstraße 14 gefüllt. Die Besucher, die zumeist älter als vierzig waren, reuten ihr Kommen nicht: Die angekündigten Gäste, Claudia Gehrke vom Konkursbuch-Verlag in Tübingen und die Unternehmerin in tantrischen Massagen, Lea Söhner, zeigten in beeindruckender Manier ihre Kompetenz auf dem heiklen Feld. Zudem begeisterten die künstlerischen Einlagen, insbesondere den sinnlichen Tänzen von Yvonne Wolf, das Publikum.

Die erste Überraschung stellte die Raumdekoration dar: Rote Stoffe über Fenster und Tische sowie aphrodisische Früchte, Granatäpfeln, Bananen und Feigen, zauberten eine anregende Atmosphäre in dem Raum, der sonst vor allem als Kantine genutzt wird. Das Nachtcafé begann mit einigen erotischen Gedichten – unter anderem einem Lautgedicht von Ernst Jandl, das Friedrich Vieth aus Berlin mit betörender Lust intonierte. In seiner Einführung wies der Moderator Thomas Oser sodann darauf hin, dass Eros kein sporadischer Gast im menschlichen Leben sei, sondern uns von der Zeugung bis ins hohe Alter in den Bann schlage. Zur Veranschaulichung las er einen kurzen Text über das vielfältige Liebesleben in einem Senioren-Pflegeheim vor.

Der erste Gesprächsgast des Abends, Claudia Gehrke, war nicht wenigen im Publikum schon bekannt, ist doch ihr Konkursbuch-Verlag für Freunde der Erotik im deutschsprachigen Raum ein Begriff. Das Gespräch drehte sich zunächst um die Frage, was eine gelungene erotische Literatur auszeichnet. Gehrke nannte einen feinen Sinn für das, was sich im „Zwischen“ zweier Menschen abspielt, und Humor. „Die Texte dürfen den Leser durchaus anmachen, müssen sich aber deutlich vom Niveau der Pornoheftchen abheben.“ Froh zeigte sich die Verlegerin darüber, dass inzwischen vor allen Frauen unbefangener mit dem Thema „Sex“ umgingen: „Vor 25 Jahren, als ich meinen Verlag gegründet habe, ist es noch schwer gewesen, weibliche Autoren zu finden, die über ihre erotischen Fantasien geschrieben haben.“

Zwischendurch las Gehrke aus dem „Heimlichen Auge“ vor, dem von ihr herausgegebenen Jahrbuch für Erotik. Eine Erzählung handelte von einer alten Frau, die trotz schwerer Krankheit von ihrem sexuellen Begehren überwältigt wird. Die zweite, überaus amüsante Geschichte spielte auf der Toilette eines Schnellzuges, in welcher eine Reisende mit der Schaffnerin lustvoll zur Sache kommt.

Der zweite Teil des Abends gehörte dann zunächst Lea Söhner, die in Stuttgart das Dakini, ein Institut für tantrische und taostische Massagen, führt. Sie legte dar, dass Tantra, eine uralte, aus Indien und Tibet stammende Religion sei, die die Sexualität nicht verdamme, sondern im Gegenteil heilige. „Tantrische Massagen sind sinnlich erotische Massagen, die in Form eines genau festgelegten Rituals ausgeführt werden“, sagte Söhner. Dabei blieben diejenigen, die massiert werden, ganz passiv, sodass sie sich ganz auf ihr eigenes erotisches Erleben konzentrieren könnten und es zu keinem sexuellen Kontakt mit der Masseurin komme.

Zu Söhners Kunden zählen nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Paare. Für Frauen böten tantrische Massagen, so die Unternehmerin, die Möglichkeit, ihr sexuelles Erleben unabhängig von einem Partner neu zu entdecken. Paare fänden dagegen Anregungen, wie sie ihrem erotischen Leben neue Impulse geben könnten. In Seminaren wird darüber hinaus das tantrische Wissen über Sinnlichkeit und Sexualität in Form von Kursen auch weiter gegeben.

Sinnlich und geistig zugleich klang der Abend mit modernen orientalischen Tänzen und einer philosophischen Rede auf den Eros aus. Gehüllt in ausgefallene Gewänder bewegte sich Yvonne Wolf voller Anmut und Geschmeidigkeit im Raum und spielte mit silbernem Gehstock oder bunten Tüchern. Eingebettet in diese animierende Atmosphäre trug Thomas Oser einen Text Platons vor, in dem sich Eros als eine dämonische Macht zeigt, die den Menschen über die Sinnlichkeit hinaus zur Schau eines ideellen Schönen führt.

Noch den ganzen Februar über sind in der Seegrasspinnerei die Antworten ausgestellt, die das Publikum des Nachtcafés auf die Frage „Wer oder was ist Eros?“ gegeben hat. Darunter finden sich so poetische Äußerungen wie „Eros macht, dass ich auf dem Nacken dessen, der vor mir auf dem Moped sitzt, auf einmal Sonnen gebleichte Härchen entdecke“ oder „Eros ist dieses aus der Pubertät bekannte Prickeln, bei dem ich daran erinnert werde, dass ich noch immer dieser dumme Junge bin“.

Quelle: Nürtinger Zeitung, 16.02.04

Tantra – Uralte östliche Religion und neuer Wellness-Trend

Seit Sex in den Medien allgegenwärtig ist, ist auch Tantra kein rotes Tuch mehr. Meist wird es als ein Sammelsurium von fernöstlichen Praktiken vorgestellt, die das sexuelle Lustempfinden steigern sollen. Wirft man aber einen Blick auf den Buchmarkt oder befragt Kenner der Szene, so zeigt sich ein weit differenziertes Bild. Auf der einen Seite scheint Tantra zu einem neuen Wellness-Trend zu werden, auf der anderen verbergen sich dahinter alte religiöse Traditionen.

Sie sind heute mit Osho, dem Begründer der Bhagwan-Bewegung oder dem Dalai Lama verbunden. In der schöngeistigen Literatur genießt Tantra, wie es im Westen seit Ende der sechziger Jahre praktiziert wird, keinen guten Ruf. Nach Michel Houellebecq, der in seinem zweiten Roman Elementarteilchen ein tantrisches New-Age-Camp satirisch geschildert hat, hat sich nun auch Ernst Augustin in seinem Roman „Die Schule der Nackten“ dem Thema gewidmet. Der 1927 geborene Autor zeigt einen in die Jahre gekommenen Historiker, der auf dem Feld der altindischen Tantrakulturen bewandert ist. Dieser verliebt sich unglücklich in eine junge Frau, die in der Münchener Tantra-Szene ein und aus geht. Höhepunkt ist der mit bitterböser Komik beschriebene gemeinsame Besuch eines Workshops – mit all seinen für den Erzähler obskuren Atemübungen und sinnlichen Ritualen.

Dem Zustrom an Teilnehmern solcher Veranstaltungen tut dies keinen Abbruch, weiß Wolf Schneider, der Herausgeber der Zeitschrift connection, welche seit 1988 das Thema Tantra unter anderem in ganzen Sonderheften behandelt. Seit Anfang der neunziger Jahre ist Tantra in Deutschland breitenwirksam geworden, sagt Schneider. Die meisten der angebotenen Jahrestrainings seien ausgebucht und zwar von Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen. Der Trend geht zu eher sanften Formen. Es dreht sich dabei mehr um Selbsterkenntnis als um Sexualität, so der Autor des Buches Tantra – Spiele der Liebe, das im August neu aufgelegt wird.

Dass Tantra zunehmend abflache und inzwischen weder sexuell noch spirituell besonders tief gehe, beklagt dagegen Edi Goetschel von der Schweizer Tantra-Zeitschrift Yabyum, die es seit Anfang dieses Jahres nur noch ohne redaktionellen Teil im Internet gibt. In den sechziger und siebziger Jahren hatte Tantra etwas Anarchistisches. Das ist heute weg, meint Goetschel.

Anders beurteilt Lea Söhner, die in Stuttgart und in Zürich ein Institut für tantrische Massagen betreibt, die aktuelle Situation: Tantra hat schon vielen Menschen geholfen, ihre sinnlichen und geistigen Wurzeln neu zu entdecken. Wie vor einiger Zeit Yoga kann Tantra bald ein Wellness-Angebot werden, das nichts Anrüchiges mehr hat.

Wohl auch deshalb geben jetzt auch zunehmend größere Verlage Bücher zum Thema heraus. Vorreiter war in den neunziger Jahren der Goldmann Verlag, der mit einer verkauften Auflage von knapp 200.000 Exemplaren den einschlägigen Bestseller, Margot Anands „Tantra oder die Kunst der sexuellen Ekstase“, im Programm hat. In diesem Frühjahr veröffentlicht der Knaur Verlag mit Christine Jansons „Lust auf Liebe“ erstmals ein Tantra-Buch. Beate Herbinger, die zuständige Lektorin, sagt: Früher waren es nur Osho-Anhänger, die sich für Tantra interessiert haben. Heute findet das Thema auch außerhalb esoterischer Zirkel Interesse.

Quelle: dpa-Meldung vom 19.02.2004